Neues Testament

In jedem Gottesdienst werden zwei Texte aus dem Neuen Testament gelesen - das Evangelium und die Epistel, eine Brieflesung. Spätestens hier sind die meisten Hörerinnen und Hörer froh, ein erklärendes Wort zur Erschließung mitgeliefert zu bekommen.

Das Fach Neues Testament sucht einerseits, die Texte des Neues Testamentes als Dokumente ihrer Zeit zu verstehen, andererseits, sie als literarische Werke auszulegen, die die ersten Christen als ihre Deutung des Heilsgeschehens in Jesus Christus aufgeschrieben haben. Das Fach fragt danach, was in den Texten über das Leben Jesu und über das der ersten Christen, der neu entstehenden Gemeinden und die Anfänge der Kirche greifbar ist. Es entschlüsselt Reformulierungen alttestamentlich-jüdischer Traditionen. Es erarbeitet Parallelen neutestamentlicher Texte mit der Sprach- und Kulturwelt des Hellenismus. Es formuliert die Grundzüge neutestamentlicher Theologien, die so unterschiedlich sind wie ihre Verfasser.
Obwohl es noch viele weitere Texte aus der frühchristlichen Zeit gibt, wie zum Beispiel das Thomasevangelium, sind die Texte in der uns überlieferten kanonischen Zusammenstellung die Grundlage aller Redeversuche über den christlichen Glauben.